{"id":895,"date":"2026-10-30T05:54:25","date_gmt":"2026-10-30T04:54:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pikal.at\/wordpress\/?p=895"},"modified":"2026-10-30T05:54:25","modified_gmt":"2026-10-30T04:54:25","slug":"halloween","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pikal.at\/wordpress\/?p=895","title":{"rendered":"Halloween"},"content":{"rendered":"\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Arbeitstag vor dem Feiertag ist immer sehr anstrengend. An diesem Tag aber war besonders viel zu tun im Gesch\u00e4ft. Wir ben\u00f6tigten fast den ganzen Tag drei Kassen, manchmal auch vier. S\u00e4mtliche andere T\u00e4tigkeiten blieben ungeschehen, um den Kundenstrom an den Kassen bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. Es kamen Klagen, warum es denn heute keine gro\u00dfen K\u00fcrbisse mehr g\u00e4be. \u201eWeil es zu sp\u00e4t ist am Tag des Festes mit den Vorbereitungen zu beginnen\u201c dachte ich mir, aber das durfte ich ja nicht sagen und so entschuldigte ich mich daf\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Stunde sp\u00e4ter als vorgesehen fuhr ich nach Hause. Da merkte man erst, dass Halloween war; viele Jugendliche hatten h\u00e4ssliche Masken auf oder das Gesicht mit roten und schwarzen Farben angemalt. An allen Ecken explodierten Knallk\u00f6rper und die Menschen zuckten erschrocken zusammen, sehr zur Freude der T\u00e4ter. Auf der letzten Strecke des Heimweges hatte ich das Gef\u00fchl, in einem Horrorzug zu sitzen. Im Nachbarort gab es ein Gruselfest im Bergwerk. Eigentlich h\u00e4tte ich auch dort aussteigen sollen um an einer Leseveranstaltung teilzunehmen, aber ich hatte so viel Gep\u00e4ck dabei, dass ich erst nach Hause fahren musste. Als ich vor unserer Haltestelle zur T\u00fcr ging und in dem Triebwagen nach r\u00fcckw\u00e4rts blickte, atmete ich erleichtert auf. Die \u201eGeister\u201c waren alle schon ausgestiegen, es waren nur mehr \u201enormale\u201c Fahrg\u00e4ste im Waggon. Am Bahnhof trieben sich noch ein paar d\u00fcstere Gestalten herum, die auf den Gegenzug warteten. Ich war froh, als ich daheim war und auch ein wenig erleichtert, dass ich nicht mehr weg musste, denn das Literatentreffen war mittlerweile zu Ende gegangen. Von der Stra\u00dfe drang die Knallerei bis in die Wohnung. \u201eDie armen Tiere\u201c dachte ich mir dann immer und war froh, wenn meine Katzen nach Hause kamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wartete ich auf meine M\u00e4nner. Mein Mann nahm auf dem Heimweg von St. P\u00f6lten meinen Sohn mit. Ich hatte keine Lust auf Fernsehen, wollte weder einen Krimi noch sonst irgend etwas Brutales, Stumpfsinniges oder Freudloses \u00fcber mich ergehen lassen. Ich setzte\u00a0 mich an den Computer und surfte im Internet. Es war nicht eingeheizt und da es schon zu sp\u00e4ter Stunde war, lohnte es sich nun auch nicht mehr. Als mir kalt wurde, legte ich mich ins Zimmer, deckte mich zu und drehte doch den Fernseher auf. Es dauerte noch eine Weile, dann kam Daniel ins Zimmer. Ich drehte sofort ab und wandte mich ihm zu.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWei\u00dft du was das f\u00fcr ein Kost\u00fcm ist das ich trage?\u201c fragte er mich. Ich sah an ihm hinunter. Es war dunkel im Zimmer, wodurch seine Kleidung fast wei\u00df wirkte. Er hatte eine helle Hose und ein graues Sweatshirt an. Auf dem Kopf trug er eine wei\u00dfe Kappe mit der Aufschrift \u201eSalvation\u201c(Errettung), Die Schriftz\u00fcge standen auf einem Hinweispfeil, der auf ein Bild von Christus zeigte. Um die Mitte hatte er einen G\u00fcrtel umgeschnallt auf dem die Buchstaben \u201eTruth\u201c(Wahrheit) aufgef\u00e4delt waren, auf der Brust prangte eine gro\u00dfe Plakette mit der englischen Bezeichnung der WDR(W\u00e4hle das Rechte) Klasse. In der linken Hand hielt er einen Schild mit der Aufschrift \u201eFaith\u201c(Glaube) w\u00e4hrend er in der rechten die heiligen Schriften hochhielt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNa\u201c fragte er. \u201eWei\u00dft du nicht was ich anhabe?\u201c Es klingelte noch immer nicht bei mir und ich sch\u00fcttelte den Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe die R\u00fcstung Gottes an!\u201c strahlte er. Der Schild des Glaubens und der Panzer der Gerechtigkeit, aus Karton gefertigt und mit Silberfarbe bespr\u00fcht, hatten schon einige Zeit auf dem Boden vor seinem Bett gelegen. Als ich einmal beim Aufr\u00e4umen helfen wollte, hatte ich schon \u00fcberlegt, ob ich diese Gegenst\u00e4nde aus Pappe nicht wegwerfen sollte. Wie gut, dass ich es nicht getan hatte. Ich hatte keinen Ahnung gehabt wie viel ihm das bedeutet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch wusste nicht, wie ich den Helm des Heils darstellen sollte\u201c sprach er weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIm englischen wird anstatt dem Wort Heil das Wort \u201eSalvation\u201c verwendet. Ich suchte im Internet. Ich habe eine Hinweistafel in Pfeilform gefunden und dann habe ich sie mir ausgedruckt und auf die Kappe geklebt. Daneben habe ich ein Bild von Jesus&nbsp; dazugef\u00fcgt, auf den der Pfeil hinweist, denn Christus ist unser Retter\u201c erkl\u00e4rte er voller Stolz.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eToll\u201c war das einzige herausbrachte, denn in mir regte sich etwas, das meine Stimme versagen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch wusste auch nicht, was ich an den F\u00fc\u00dfen anziehen sollte, die Schuhe der Bereitschaft. Wie dr\u00fcckt man das aus?\u201c Er hob kurz die Arme, dann zeigte er hinunter. \u201eDa, sieh her!\u201c streckte er mir sein F\u00fc\u00dfe entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAha, du hast Schl\u00fcpfer angezogen. Die kann man schnell anziehen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein\u201c sch\u00fcttelte er den Kopf. Obwohl ich nichts erkannt oder erraten hatte l\u00e4chelte er noch immer.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas sind meine Sonntagsschuhe. Wann habe ich die Schuhe der Bereitschaft f\u00fcr das Evangelium zu k\u00e4mpfen an?\u201c Er machte eine kurze Pause. \u201eAm Sonntag, oder wenn ich mit den Missionaren unterwegs bin!\u201c beantwortete er seine eigene Frage.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch wollte schon lange eine R\u00fcstung Gottes haben,&nbsp; seit ich die Fireside mit John Bytheway gesehen&nbsp; habe, und heute habe ich sie angelegt!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOh Gott\u201c sagte ich in meinem Innersten \u201ewas ist \u00a0das f\u00fcr ein besonderer Mann geworden. Fast \u00fcberall auf dem europ\u00e4ischen Festland verkleiden sich die Leute heute zum B\u00f6sen, legt Masken an und verunstaltet sich die Gesichter. Viel Schlechtes geschieht in diesen Verkleidungen und sein einziges Bestreben an diesem Tag war, dem Guten ein Gegengewicht zu verleihen; die R\u00fcstung Gottes anzulegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stand auf, legte meine Arme um ihn und dr\u00fcckte ihn ganz fest. Ein Ausspruch von Pr\u00e4sident Monson kam mir in den Sinn, in dem es hie\u00df;<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Tun sollte Zeugnis ablegen von der Art Mensch, die wir sein m\u00f6chten\u2026.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein Arbeitstag vor dem Feiertag ist immer sehr anstrengend. An diesem Tag aber war besonders viel zu tun im Gesch\u00e4ft. Wir ben\u00f6tigten fast den ganzen Tag drei Kassen, manchmal auch vier. 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